Musiktherapie

Klingen, um sich hörbar zu machen.

In der Musiktherapie kommt Ungesagtes, Unerhörtes und Ungelebtes zum Klingen und zu Gehör.
Der Ton spricht zugleich aus, was im Menschen selber noch stumm ist. Dieses Klingenlassen, dabei sich selber hören und von anderen gehört zu werden hilft und heilt.Musiktherapie setzt ein beim gegenwärtigen Leben, dem Lebenskonzept, der Lebenssituation oder beim momentanen Erleben während des Hörens oder der Improvisation.
Musik kann Bilder, Gefühle, Erinnerungen ausdrücken, bewegt, verbindet, stärkt und heilt, ist machtvoll, grenzt ab, schafft Identität, kann verändern.

Ziele der Musiktherapie

sind unter anderem:

  • Stärken des Vertrauens in die eigenen Fähigkeiten
  • Ausdrücken von Befindlichkeiten und Gefühlen
  • Schulen und verbessern der Selbst- und Fremdwahrnehmung
  • Fördern der Kommunikations- und Kontaktfähigkeit
  • Entwickeln von Zuwendung zu sich selbst und zu anderen
  • Verarbeiten von belastenden Erlebnissen

Musiktherapie eignet sich bei:

  • Spannungen und Ängsten
  • Emotionalen Konflikten
  • Isolation, Orientierungslosigkeit und fehlender Geborgenheit
  • Verletzendem Verhalten gegen sich selbst und andere
  • Problemen mit der Kommunikation und dem sozialen Verhalten
  • Traumatischen Erlebnissen

Musiktherapie für Senioren

Musiktherapie für Senioren

Die Resonanz des Herzens erklingen lassen

Die Methoden sind aus der Musiktherapie und dem MGK-Konzept (Musiktherapie – Gerontopsychiatrie kreativ) für Menschen mit Demenz entwickelt worden.
„Wenn das kognitive Gedächtnis nicht mehr gut funktioniert, kann das Gedächtnis der Sinne, der Gefühle und des Körpers neue Zugänge aktivieren. Dazu muß der innere Ort der Bewertung gestärkt werden. Deswegen ist ein Wertschätzungstraining das beste Gedächtnistraining.“ (Dr.Udo Baer)

Musik mit allen Sinnen erleben – dies bedeutet für die Teilnehmenden, über das Hören, Singen, Spielen, Bewegen und Schauen aktiv oder rezeptiv mitzuwirken.

Musik erreicht – Musik erinnert – Musik bewegt – intensiviert Gefühle – Musizieren verbindet.

In der musiktherapeutischen Arbeit mit Demenzkranken werden bestimmte Bedingungen berücksichtigt, die häufig mit dem Alter einhergehen: Die Konzentrationsfähigkeit ist eingeschränkt, das heißt, die Gruppen müssen kleiner sein und es sollten öfters Pausen eingelegt werden, als bei jüngeren Menschen. Es werden Instrumente ausgesucht, die wenig Kraft und Koordinationsaufwand erfordern. Xylophone, Trommeln, Triangeln und ähnliche Instrumente bieten sich an und vor allem auch die Singstimme. Auf diese Weise bietet die Musik offene bzw. ressourcenorientierte Zugänge zum Gedächtnis. Um den krisenhaften Demenzprozessen etwas entgegenzusetzen werden positiv und angenehm empfundene Erfahrungen aktiviert, z.B. mit Musikstücken aus früheren Zeiten. So werden alte Erinnerungen und Assoziationen in Gang gesetzt und dabei neuronale Verbindungen reaktiviert. Diese Prozesse betreffen auch das kognitive Gedächtnis, betten es ein und vermeiden auf diese Art Beschämung und Angst, da ohne jede Leistungsorientiertheit vorgegangen wird.

Es wird rezeptiv gearbeitet, indem alte Filmmelodien, Lieder aus Operetten , Klassisches und Schlager vorgespielt werden. Alte Bilder und Szenen werden lebendig und Biographisches kann in der Gruppe ausgetauscht werden. Es werden tiefere Schichten des emotionalen Körpergedächtnisses erreicht und belebt. Aktive Musiktherapie ist auch möglich, mit themenzentrierten Liedern, die einfach gesungen oder von Musikinstrumenten begleitet werden.Die Sinne sind eine Brücke zwischen Person und der Umwelt. In der Demenz wird diese Brücke brüchig und abgebaut, also gilt es sie zu stärken, indem systematisch vielfältige Sinneserfahrungen ermöglicht werden. Wir nutzen also jede Chance, um in der Musiktherapie den Menschen sinnliche Erfahrungen zu bieten , um so wieder Schritt für Schritt mehr Sicherheit, eine neue Standfestigkeit,sowie Selbstvertrauen zu gewinnen.

Sylvia Lafrenz, HP-Psych. Musiktherapeutin, Kreative Gerontotherapeutin

Bitte fordern Sie unter sl@kreativraum-fr.de das aktuelle Infoblatt an.