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Wenn Worte allein nicht reichen.
Musiktherapie mit älteren Menschen: erarbeitet für Demenzkranke mit Methoden aus der Musiktherapie und des SMEI-Konzeptes, „Sensomotorische Erlebniszentrierte Interaktion“ nach Dr. Udo Baer.

Wenn das kognitive Gedächtnis nicht mehr gut funktioniert, kann das Gedächtnis der Sinne, der Gefühle und des Körpers neue Zugänge aktivieren. Dazu muß der innere Ort der Bewertung gestärkt werden. Deswegen ist ein Wertschätzungstraining das beste Gedächtnistraining.

Musik mit allen Sinnen erleben – Leiborientiert, dies bedeutet für die Teilnehmenden, über das Hören, Singen, Spielen, Bewegen und Schauen aktiv oder rezeptiv mitzuwirken.

Musik erreicht - Musik erinnert - Musik bewegt - intensiviert Gefühle - Musizieren verbindet.

Zu den Hauptmethoden der Musiktherapeutischen SMEI-Arbeit gehören:

  1. Qualitative Sensibilisierung : „Den Sinn für die Sinne“ aktivieren
  2. Spielerische Förderung des Gerichtetseins: Orientierungshilfen in die Welt
  3. Stärkung des Körpererlebens: „Wir haben viel gelacht“ Spiel- Bewegung – Sanfter Tanz
  4. Raum- und Richtungsleibbewegungen : Körperorientierung …“schreiten wie ein König“
  5. Sensomotorische Kontaktförderung: Berührung, Tastsinn, spielerische Kontaktaufnahme
  6. Mobilisierung des Leibgedächtnisses: Sinnesreisen, soziales-emotionales-Körpergedächtnis
  7. Sicherheits-und Wertschätzungsübungen: Ressourcen – Fähigkeiten - Kompetenzen
  8. Aktives Fantasieren und Identifikationshilfen: Erinnerungen-Idole-Fantasiereisen
Welche Methoden eingesetzt werden, entscheidet die Diagnostik und die Phase des therpeutischen Prozesses in der Gruppe oder der Einzelarbeit.

In der musiktherapeutischen Arbeit mit Demenzkranken werden bestimmte Bedingungen berücksichtigt, die häufig mit dem Alter einhergehen: Die Konzentrationsfähigkeit ist eingeschränkt, das heißt, die Gruppen müssen kleiner sein und es sollten öfters Pausen eingelegt werden, als bei jüngeren Menschen. Es werden Instrumente ausgesucht, die wenig Kraft und Koordinationsaufwand erfordern. Xylophone, Trommeln, Triangeln und ähnliche Instrumente bieten sich an, je nach Beweglichkeit und musikalischen Vorerfahrungen auch Klavier oder Gitarre, vor allem auch die Singstimme. Über den leiborientierten Ansatz , bietet die Musik offene bzw. ressourcenorientierte Zugänge zum Gedächtnis. Um den krisenhaften Demenzprozessen etwas entgegenzusetzen werden positiv und angenehm empfundene Erfahrungen aktiviert, z.B. mit Musikstücken aus früheren Zeiten. So werden alte Erinnerungen und Assoziationen in Gang gesetzt und dabei neuronale Verbindungen reaktiviert. Diese Prozesse betreffen auch das kognitive Gedächtnis, betten es ein und vermeiden auf diese Art Beschämung und Angst, da ohne jede Leistungsorientiertheit vorgegangen wird. Es wird rezeptiv gearbeitet, indem alte Filmmelodien, Lieder aus Operetten , Klassisches und Schlager vorgespielt werden. Alte Bilder und Szenen werden lebendig und Biographisches kann in der Gruppe ausgetauscht werden. Es werden tiefere Schichten des emotionalen Körpergedächtnisses erreicht und belebt. Aktive Musiktherapie ist auch möglich, mit themenzentrierten Liedern, die einfach gesungen oder von Musikinstrumenten begleitet werden.Die Sinne sind eine Brücke zwischen Person und der Umwelt. In der Demenz wird diese Brücke brüchig und abgebaut, also gilt es sie zu stärken, indem systematisch vielfältige Sinneserfahrungen ermöglicht werden. Wir nutzen also jede Chance, um in der Musiktherapie den Menschen sinnliche Erfahrungen zu bieten , um so wieder Schritt für Schritt mehr Sicherheit, eine neue Standfestigkeit,sowie Selbstvertrauen zu gewinnen.

Sylvia Lafrenz, HP-Psych. Musiktherapeutin, Kreative Gerontotherapeutin

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